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'''Carbon Recycling International''' (CRI) ist ein [[Island|isländisches]] Unternehmen zur Gewinnung von „grünem [[Methanol]], das  auch als E-Methanol bezeichnet wird.“<ref>{{Internetquelle |url=https://www.bmbf.de/de/mit-abgas-das-klima-retten-3044.html |titel=Mit Abgas das Klima retten |titelerg=Pressemitteilung 075/2016 |hrsg=Bundesministerium für Bildung und Forschung |datum=2016-06-27 |zugriff=2018-10-15}}</ref>
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{{Löschantragstext|tag=14|monat=Februar|jahr=2024|titel=Carbon Recycling International|text=Relevanz nicht vorhanden nach RK. [[Spezial:Beiträge/24.134.30.169|24.134.30.169]] 14:25, 14. Feb. 2024 (CET)}}
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'''Carbon Recycling International''' (CRI) ist ein [[Island|isländisches]] Unternehmen zur Gewinnung von „grünem“ [[Methanol]], das  auch als E-Methanol bezeichnet wird.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Carbon Recycling International (CRI) wurde 2006 in [[Island]] gegründet. Die Gründer waren Fridrik Jonsson, Art Shulenberger, Oddur Ingolfsson und KC Tran, die von der Gemeinde Grindavík, dem Unternehmen Mannvit Engineering und das Innovationszentrum Island unterstützt wurden. Von diesen Forschern wurde ein wegweisender Prozess entwickelt, um [[Kohlendioxid]] (CO<sub>2</sub>) aus industriellen Quellen in flüssigen Brennstoff umzuwandeln. Alle Phasen des Prozesses: die Forschung, die Technologieentwicklung, die Konstruktion, der Bau und der Betrieb wurden realisiert, um den Weg von der Laborentwicklung bis zum Betrieb einer Demonstrationsanlage zu bewältigen.
Carbon Recycling International (CRI) wurde 2006 in [[Island]] gegründet. Die Gründer waren Fridrik Jonsson, Art Shulenberger, Oddur Ingolfsson und KC Tran, die von der Gemeinde [[Grindavík]], dem Unternehmen Mannvit Engineering und dem Innovationszentrum Island unterstützt wurden. Von diesen Forschern wurde ein wegweisender Prozess entwickelt, um [[Kohlendioxid]] (CO<sub>2</sub>) aus industriellen Quellen in flüssigen Brennstoff umzuwandeln. Alle Phasen des Prozesses: die Forschung, die Technologieentwicklung, die Konstruktion, der Bau und der Betrieb wurden realisiert, um den Weg von der Laborentwicklung bis zum Betrieb einer Demonstrationsanlage zu bewältigen.


[[Datei:Oláh György előadása 8299.jpg|mini|hochkant|George A. Olah, im Oktober 2009]]
[[Datei:Oláh György előadása 8299.jpg|mini|hochkant|George A. Olah, im Oktober 2009]]
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Im Jahr 2015 erweiterte CRI die Anlage auf mehr als 5 Millionen Liter pro Jahr.
Im Jahr 2015 erweiterte CRI die Anlage auf mehr als 5 Millionen Liter pro Jahr.
Im Mai 2019 wurde im Rahmen des EU-Forschungsprojekts ''MefCO<sub>2</sub>'' (Methanol-Treibstoff aus CO<sub>2</sub>, {{enS|Methanol fuel from CO<sub>2</sub>}}) unter Einsatz der Technologie von CRI eine Demonstrationsanlage am [[Kraftwerk Niederaußem]] in Deutschland mit einer täglichen Produktionskapazität von einer Tonne Methanol in Betrieb genommen.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.group.rwe/presse/rwe-power/2019-05-28-niederaussem-ist-schauplatz-wichtiger-technologischer-fortschritte |titel=Niederaußem ist Schauplatz wichtiger technologischer Fortschritte |hrsg=RWE Power AG |datum=2019-05-28 |zugriff=2020-10-25}}</ref>


== Grünes Methanol oder e-Methanol ==
== Grünes Methanol oder e-Methanol ==
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== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
Die George-Olah-Anlage hatte anfangs eine Kapazität von 1,3 Millionen Litern pro Jahr und befindet sich in der Nähe der Blauen Lagune und des Kraftwerks [[Svartsengi]]. Die gesamte in der Anlage verwendete Energie stammt aus dem isländischen Stromnetz, das aus Wasserkraft und Geothermie gewonnen wird. Die Anlage nutzt den Strom, um in einem [[Elektrolyseur]] Wasserstoff zu erzeugen. Der wird in einer katalytischen Reaktion mit Kohlendioxid (CO<sub>2</sub>) in Methanol umgewandelt.<ref>{{Internetquelle |url=http://carbonrecycling.is/george-olah |titel=World’s Largest CO2 Methanol plant |hrsg=Carbon Recycling International |zugriff=2018-10-15}}</ref>
Die George-Olah-Anlage hatte anfangs eine Kapazität von 1,3 Millionen Litern pro Jahr und befindet sich in der Nähe der Blauen Lagune und des Kraftwerks [[Svartsengi]]. Die gesamte in der Anlage verwendete Energie stammt aus dem isländischen Stromnetz, das aus Wasserkraft und Geothermie gewonnen wird. Die Anlage nutzt den Strom, um in einem [[Elektrolyseur]] Wasserstoff zu erzeugen. Der wird in einer katalytischen Reaktion mit Kohlendioxid (CO<sub>2</sub>) in Methanol umgewandelt.<ref>{{Internetquelle |url=http://carbonrecycling.is/george-olah |titel=World’s Largest CO2 Methanol plant |hrsg=Carbon Recycling International |zugriff=2018-10-15 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20181015003051/http://carbonrecycling.is/george-olah// |archiv-datum=2018-10-15 |offline=ja |archiv-bot=2023-12-02 10:57:40 InternetArchiveBot }}</ref>


Das CO<sub>2</sub> wird aus Gasen gewonnen, die von einem geothermischen Kraftwerk neben der CRI-Anlage freigesetzt werden. Der Ursprung des Rauchgases sind geothermische Dampfemissionen.
Das CO<sub>2</sub> wird aus Gasen gewonnen, die von einem geothermischen Kraftwerk neben der CRI-Anlage freigesetzt werden. Der Ursprung des Rauchgases sind geothermische Dampfemissionen.


Im Jahr 2015 erweiterte CRI die Anlage auf mehr als 5 Millionen Liter pro Jahr. Die Anlage recycelt nun 5,5 Tausend Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus dem geothermischen Kraftwerk, die sonst in die Atmosphäre gelangen würden. Der hier gewonnene Alkohol wird als Vulcanol bezeichnet. Das ist der Markenname von CRI für das grüne Methanol, das aus Kohlendioxid und Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen (Wasserkraft, Geothermie, Wind- und Solarenergie) produziert wird. Die Gewinnung von Wasserstoff erfolgte durch Elektrolyse von Wasser mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Wasserkraft, Geothermie und Wind).Bei der Produktion werden keine giftigen Nebenprodukte erzeugt, da die einzige freigesetzte Chemikalie [[Sauerstoff]] ist. Das aus der Anlage gewonnene grüne Methanol kommt auf den Markt. Hier wird es mit Benzin vermischt oder bei der Herstellung von Biodiesel genutzt.
Im Jahr 2015 erweiterte CRI die Anlage auf mehr als 5 Millionen Liter pro Jahr. Die Anlage recycelt nun 5,5 Tausend Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus dem geothermischen Kraftwerk, die sonst in die Atmosphäre gelangen würden. Der hier gewonnene Alkohol wird als Vulcanol bezeichnet. Das ist der Markenname von CRI für das grüne Methanol, das aus Kohlendioxid und Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen (Wasserkraft, Geothermie, Wind- und Solarenergie) produziert wird. Die Gewinnung von Wasserstoff erfolgte durch Elektrolyse von Wasser mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Wasserkraft, Geothermie und Wind). Bei der Produktion werden keine giftigen Nebenprodukte erzeugt, da die einzigen freigesetzten Chemikalien [[Sauerstoff]] und Wasser sind. Das aus der Anlage gewonnene grüne Methanol kommt auf den Markt. Hier wird es mit Benzin vermischt oder zur Herstellung von [[FAME]] (Biodiesel = Fettsäuremethylester) genutzt.


== Anwendung ==
== Anwendung ==
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[[Datei:2018 10 16 Bild Energieverbrauch Schifffahrt 2050.jpg|mini|Erwarteter Energieverbrauch der globalen Schifffahrt 2050]]
[[Datei:2018 10 16 Bild Energieverbrauch Schifffahrt 2050.jpg|mini|Erwarteter Energieverbrauch der globalen Schifffahrt 2050]]


2050 werden für den Schiffsantrieb nach der DNV-GL-Studie etwa 21 % der Kraftstoffe aus regenerativen Quellen stammen.<ref>{{Internetquelle |url=https://eto.dnvgl.com/2018/maritime |titel=Maritime forecast to 2050 |hrsg=DNV GL |zugriff=2018-10-16}}</ref> Neben Strom sind es strombasierte Kraftstoffe wie E-Methanol, E-Ethanol. Bezogen auf die Fahrtstrecken wird der Überseeverkehr 7,7 EJ und der Kurzstreckenverkehr 4,3 EJ verbrauchen.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.transportenvironment.org/sites/te/files/Industry%20perspectives%20on%20the%20future%20development%20of%20electrofuels%2C%20Nils%20Aldag.pdf |autor=Nils Aldag |titel=Role for e-Fuels in EU transport? Industry perspective on future developments |format=PDF, 877&nbsp;kB |datum=2018-01-12 |zugriff=2018-10-16}}</ref> Die Studie beruht auf einer Analyse des globalen Schiffsverkehrs auf Grundlage von Schiffsbewegungsdaten des [[Automatic Identification System|automatischen Identifikationssystems]](AIS). Derzeit ist in Europa nur die Anlage von RCI in der Lage, größere Mengen an E-Methanol aus regenerativen Strom zu erzeugen. Daher beschäftigen sich mehrere F+E-Projekte mit der Thematik.
2050 werden für den Schiffsantrieb nach der DNV-GL-Studie etwa 21 % der Kraftstoffe aus regenerativen Quellen stammen.<ref>{{Internetquelle |url=https://eto.dnvgl.com/2018/maritime |titel=Maritime forecast to 2050 |hrsg=DNV GL |zugriff=2018-10-16}}</ref> Neben Strom sind es strombasierte Kraftstoffe wie E-Methanol, E-Ethanol. Bezogen auf die Fahrtstrecken wird der Überseeverkehr 7,7 EJ und der Kurzstreckenverkehr 4,3 EJ verbrauchen.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.transportenvironment.org/sites/te/files/Industry%20perspectives%20on%20the%20future%20development%20of%20electrofuels%2C%20Nils%20Aldag.pdf |autor=Nils Aldag |titel=Role for e-Fuels in EU transport? Industry perspective on future developments |format=PDF, 877&nbsp;kB |datum=2018-01-12 |zugriff=2018-10-16 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20181017001926/https://www.transportenvironment.org/sites/te/files/Industry%20perspectives%20on%20the%20future%20development%20of%20electrofuels%2C%20Nils%20Aldag.pdf |archiv-datum=2018-10-17 |offline=ja |archiv-bot=2023-12-02 10:57:40 InternetArchiveBot }}</ref> Die Studie beruht auf einer Analyse des globalen Schiffsverkehrs auf Grundlage von Schiffsbewegungsdaten des [[Automatic Identification System|automatischen Identifikationssystems]] (AIS). Derzeit ist in Europa nur die Anlage von CRI in der Lage, größere Mengen an E-Methanol aus regenerativen Strom zu erzeugen. Daher beschäftigen sich mehrere F+E-Projekte mit der Thematik.


== Forschungsprojekte  ==
== Forschungsprojekte  ==
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=== SPIRE ===
=== SPIRE ===
Im EU-Forschungsprogramm SPIRE wird im Rahmen von [[Horizon 2020]] von Carbon Recycling International von 2015 bis 2018 in Zusammenarbeit mit Industriepartnern aus Deutschland, Spanien und Belgien eine innovativen Pilotanlage für erneuerbare Brennstoffe untersucht. Das Projekt umfasst die Planung, den Bau und die Erprobung zur Demonstration der Nutzung von intermittierenden erneuerbaren Energiequellen und CO<sub>2</sub> für die Produktion von nachhaltigen Kraftstoffen und Chemikalien, hat ein Budget von 11 Millionen Euro und wird teilweise durch eine Förderung aus dem EU-Forschungsprogramm finanziert.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.spire2030.eu/mefco2 |titel=MefCO2 (Methanol fuel from CO<sub>2</sub>) – Synthesis of methanol from captured carbon dioxide using surplus electricity |hrsg=Spire |zugriff=2018-10-15}}</ref>
Im EU-Forschungsprogramm SPIRE wird im Rahmen von [[Horizon 2020]] von Carbon Recycling International von 2015 bis 2018 in Zusammenarbeit mit Industriepartnern aus Deutschland, Spanien und Belgien eine innovativen Pilotanlage für erneuerbare Brennstoffe untersucht. Das Projekt umfasst die Planung, den Bau und die Erprobung zur Demonstration der Nutzung von intermittierenden erneuerbaren Energiequellen und CO<sub>2</sub> für die Produktion von nachhaltigen Kraftstoffen und Chemikalien, hat ein Budget von 11 Millionen Euro und wird teilweise durch eine Förderung aus dem EU-Forschungsprogramm finanziert.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.spire2030.eu/mefco2 |titel=MefCO2 (Methanol fuel from CO<sub>2</sub>) – Synthesis of methanol from captured carbon dioxide using surplus electricity |hrsg=Spire |zugriff=2018-10-15 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20190402030642/https://www.spire2030.eu/mefco2 |archiv-datum=2019-04-02 |offline=ja |archiv-bot=2023-12-02 10:57:40 InternetArchiveBot }}</ref>


Zu den Projektpartnern gehören:
Zu den Projektpartnern gehören:
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*Universität Duisburg Essen (Deutschland): CO<sub>2</sub> capture technology provider.
*Universität Duisburg Essen (Deutschland): CO<sub>2</sub> capture technology provider.


=== MEFOS ===
=== FReSMe ===
Das Projekt MEFOS läuft ebenfalls im Rahmen des EU-Programms Horizon 2020 und wird mit 11 Mio. € unterstützt. Es wird in einem schwedischen Stahlwerk in Luleå mit Unterstützung des Swerea-MEFOS-Forschungsnetzwerkes durchgeführt.
Das Projekt FReSMe läuft ebenfalls im Rahmen des EU-Programms Horizon 2020 und wird mit 11,4 Mio. € unterstützt. Es wird in einem schwedischen Stahlwerk in Luleå mit Unterstützung des Swerea-MEFOS-Forschungsnetzwerkes durchgeführt.


[[Datei:Stena Germanica 3 i Kiel.JPG|mini|Das Fährschiff ''Stena Germanica'']]
[[Datei:Stena Germanica 3 i Kiel.JPG|mini|Das Fährschiff ''Stena Germanica'']]
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*Kisuma Chemicals (Niederlande),
*Kisuma Chemicals (Niederlande),
*Array Industries (Niederlande)
*Array Industries (Niederlande)
*Energy research Centre of the Netherlands ECN
*Energy research Centre of the Netherlands ECN<ref>{{Internetquelle |url=http://www.fresme.eu/ |titel=FReSMe |abruf=2019-07-11}}</ref><ref>{{Internetquelle |url=https://cordis.europa.eu/project/rcn/205958/factsheet/en |titel=CORDIS {{!}} European Commission |abruf=2019-07-11}}</ref>


== Auszeichnungen ==
== Auszeichnungen ==
Eine Branchenjury des International Energy Globe wählte Carbon Recycling International mit der Technologie von Emissions-to-Liquids (ETL) als Gewinner des National Energy Globe Iceland Award im Jahr 2018.<ref>{{Internetquelle |url=http://carbonrecycling.is/news |titel=Carbon Recycling International wins the National Energy Globe Iceland Award |datum=2018-07-02 |zugriff=2018-10-15}}</ref>
Eine Branchenjury des International Energy Globe wählte Carbon Recycling International mit der Technologie von Emissions-to-Liquids (ETL) als Gewinner des National Energy Globe Iceland Award im Jahr 2018.<ref>{{Internetquelle |url=https://www.carbonrecycling.is/news-media/2018/7/2/carbon-recycling-international-wins-the-national-energy-globe-iceland-award-5hj89 |titel=Carbon Recycling International wins the National Energy Globe Iceland Award |datum=2018-07-02 |zugriff=2023-11-11}}</ref>


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
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<references />
<references />


[[Kategorie:Unternehmen (Island)]]
[[Kategorie:Unternehmen (Kópavogur)]]
[[Kategorie:Kópavogur]]
[[Kategorie:Organisation (Rohstoffwirtschaft)]]
[[Kategorie:Rohstoffwirtschaft]]
[[Kategorie:Gegründet 2006]]
[[Kategorie:Nachwachsende Rohstoffe]]