Dänemark: Unterschied zwischen den Versionen
→Malerei und Bildhauerei
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[[Datei:Et selskab af danske kunstnere i Rom.jpg|mini|''Eine Gesellschaft dänischer Künstler in Rom'', 1837]] | [[Datei:Et selskab af danske kunstnere i Rom.jpg|mini|''Eine Gesellschaft dänischer Künstler in Rom'', 1837]] | ||
Angeregt durch Vorbilder aus den Nachbarländern und den Humanismus der | Angeregt durch Vorbilder aus den Nachbarländern und den Humanismus der Goethezeit erhielt die beschauliche und selbstgenügsame dänische Malerei zu Beginn des 19. Jahrhunderts, im sog. [[Goldenes Zeitalter (Dänemark)|„Goldenen Zeitalter“]] des Klassizismus und Biedermeier, neue Impulse durch Künstler wie [[Nicolai Abildgaard]], [[Jens Juel (Maler)|Jens Juel]] und [[P. C. Skovgaard]]. Diese Maler widmeten sich vor allem der Landschaftsmalerei. [[Christoffer Wilhelm Eckersberg]], der in Paris bei [[Jacques-Louis David]] studiert hatte, und viele seiner Schüler wie [[Christen Købke]] traten als Porträtmaler hervor. Daneben lebte die Genre- und [[Historienmalerei]] in den Werken [[Constantin Hansen]]s, [[Vilhelm Marstrand]]s, [[Jørgen Roed]]s und [[Jørgen Sonne (Maler)|Jørgen Sonnes]] fort. [[Wilhelm Bendz]] vereinte die Porträt- mit der Genre- und Historienmalerei. | ||
Um 1870 entwickelte sich die Freilichtmalerei in der Künstlerkolonie [[Skagen]]. Zu den von der Schule von Barbizon beeinflussten [[Skagen-Maler]]n zählten [[Michael Ancher]], [[Anna Ancher]], die allerdings Innenansichten bevorzugte, [[Viggo Johansen]], [[Peder Severin Krøyer]], [[Christian Krohg]], [[Carl Locher]], [[Theodor Philipsen]], [[Frits Thaulow]], [[Wilhelm von Gegerfelt]] und [[Holger Drachmann]], während das Erbe des Goldenen Zeitalters von dem realistisch-naturalistischen Genre- und Historienmaler [[Kristian Zahrtmann]] gepflegt wurde. | |||
An der Schwelle zur Moderne stehen die romantischen Landschaftsbilder von [[Vilhelm Kyhn]]. Neben der [[Statens Museum for Kunst|Dänischen Nationalgalerie]] bietet die 1911 eröffnete Sammlung des Tabakfabrikanten [[Heinrich Hirschsprung]] in Kopenhagen den besten Überblick über die dänische Malerei von ca. 1850 bis 1910. | An der Schwelle zur Moderne stehen die romantischen Landschaftsbilder von [[Vilhelm Kyhn]]. Neben der [[Statens Museum for Kunst|Dänischen Nationalgalerie]] bietet die 1911 eröffnete Sammlung des Tabakfabrikanten [[Heinrich Hirschsprung]] in Kopenhagen den besten Überblick über die dänische Malerei von ca. 1850 bis 1910. | ||
Zu den dänischen Vertretern des | Zu den dänischen Vertretern des Symbolismus gehörten der von Whistler beeinflusste, triste Interieurs bevorzugende [[Vilhelm Hammershøi]],<ref>[http://www.monopol-magazin.de/nur-auf-den-ersten-blick-ist-vilhelm-hammersh%C3%B8i-der-langweiligste-maler-aller-zeiten monopol-magazin.de] ''Nur auf den ersten Blick ist Vilhelm Hammershøi der langweiligste Maler aller Zeiten.'' In: www.monopol-magazin.de, 8. Juli 2009.</ref> ferner [[Jens Ferdinand Villumsen]], dessen Bilder durch kräftige Farbigkeit gekennzeichnet sind, und [[Laurits Andersen Ring|L. A. Ring]], der mit seinen in subtilen Farben gehaltenen sachgetreuen Bildern von Landarbeitern auch zum Pionier des sozialen Realismus in Dänemark wurde. | ||
Um 1910 entwickelte sich [[Bornholm]] zu einem der künstlerischen Zentren Nordeuropas. Hier entstand nach dem Ersten Weltkrieg die „Bornholmer Schule“, ein Zusammenschluss befreundeter Künstler. Dazu gehörten der Expressionist [[Oluf Høst]], der seit 1935 sein Haus über 200-mal unter verschiedenen Wetterbedingungen und vor dem Hintergrund wechselnder Stimmungslagen malte, sowie [[Karl Isakson]] und der in [[Estland]] geborene [[Olaf Rude]], der von [[Cézanne]] und der klassischen Moderne inspiriert war. Auch [[Jais Nielsen]] orientierte sich am [[Kubismus]] und [[Futurismus]]; er gestaltete auch Porzellanskulpturen und Kirchenfenster. Die Personendarstellungen [[Vilhelm Lundstrøm (Maler)|Vilhelm Lundstrøms]], eines frühen Vertreters des dänischen Modernismus, sind durch klare Farben und geometrische Formen gekennzeichnet, zeugen aber von einem großen psychologischen Einfühlungsvermögen. | Um 1910 entwickelte sich [[Bornholm]] zu einem der künstlerischen Zentren Nordeuropas. Hier entstand nach dem Ersten Weltkrieg die „Bornholmer Schule“, ein Zusammenschluss befreundeter Künstler. Dazu gehörten der Expressionist [[Oluf Høst]], der seit 1935 sein Haus über 200-mal unter verschiedenen Wetterbedingungen und vor dem Hintergrund wechselnder Stimmungslagen malte, sowie [[Karl Isakson]] und der in [[Estland]] geborene [[Olaf Rude]], der von [[Cézanne]] und der klassischen Moderne inspiriert war. Auch [[Jais Nielsen]] orientierte sich am [[Kubismus]] und [[Futurismus]]; er gestaltete auch Porzellanskulpturen und Kirchenfenster. Die Personendarstellungen [[Vilhelm Lundstrøm (Maler)|Vilhelm Lundstrøms]], eines frühen Vertreters des dänischen Modernismus, sind durch klare Farben und geometrische Formen gekennzeichnet, zeugen aber von einem großen psychologischen Einfühlungsvermögen. | ||
Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte auch in Dänemark der abstrakte | Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte auch in Dänemark der abstrakte Expressionismus, vertreten durch [[Richard Mortensen]], [[Else Alfelt]], [[Ejler Bille]], [[Asger Jorn]], der 1948 die Gruppe [[CoBrA]] ins Leben rief, und [[Per Kirkeby]], der auch als Bildhauer arbeitet. | ||
Zwei bekannte, in Dänemark tätige Bildhauer waren [[Bernt Notke]], der den Altar des [[Dom zu Aarhus|Doms zu Århus]] schuf und [[Claus Berg]], der den Altar der [[Sankt Knuds Kirke (Odense)|St.-Knud-Kirche]] in Odense schuf. Einer der bedeutendsten dänischen Bildhauer war [[Bertel Thorvaldsen]], er gilt neben dem Italiener [[Antonio Canova]] als wichtigster Bildhauer des [[Klassizismus]]. Zur selben Zeit arbeiteten [[Herman Wilhelm Bissen|Hermann Vilhelm Bissen]] und [[Jens Adolf Jerichau]]. Bekannte Bildhauer des 20. Jahrhunderts waren [[Robert Jacobsen]], [[Gunnar Westmann]] und [[Sonja Ferlov Mancoba]], deren Plastiken von afrikanischen Skulpturen beeinflusst sind. | Zwei bekannte, in Dänemark tätige Bildhauer waren [[Bernt Notke]], der den Altar des [[Dom zu Aarhus|Doms zu Århus]] schuf und [[Claus Berg]], der den Altar der [[Sankt Knuds Kirke (Odense)|St.-Knud-Kirche]] in Odense schuf. Einer der bedeutendsten dänischen Bildhauer war [[Bertel Thorvaldsen]], er gilt neben dem Italiener [[Antonio Canova]] als wichtigster Bildhauer des [[Klassizismus]]. Zur selben Zeit arbeiteten [[Herman Wilhelm Bissen|Hermann Vilhelm Bissen]] und [[Jens Adolf Jerichau]]. Bekannte Bildhauer des 20. Jahrhunderts waren [[Robert Jacobsen]], [[Gunnar Westmann]] und [[Sonja Ferlov Mancoba]], deren Plastiken von afrikanischen Skulpturen beeinflusst sind. | ||