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==Klassizismus und Empirestil==
==Klassizismus und Empirestil==
[[Bild:Övedskloster.jpg|thumb|left|Schloss Övedskloster]]
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, vor allem nach dem Staatsstreich [[Gustav III. (Schweden)|Gustavs III.]] geschah eine Neurorientierung an antiken Vorbildern. [[1773]] wurde die Bauschule der Kunstakademie gegründet und etwas später wurde eine Amt zur Überwachung des Bauwesens eingerichtet. Beides hob die Qualität der Architektur, schwächte aber gleichzeitig die regionalen Bautraditionen. Zeugnisse der neuen klassizistischen Ideale in der Architektur sind etwa das Schlosstheater in Gripsholm, das Botanikum in Uppsala oder das [[Härnösands Gymnasium|Gymnasium in Härnosand]].
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, vor allem nach dem Staatsstreich [[Gustav III. (Schweden)|Gustavs III.]] geschah eine Neurorientierung an antiken Vorbildern. [[1773]] wurde die Bauschule der Kunstakademie gegründet und etwas später wurde eine Amt zur Überwachung des Bauwesens eingerichtet. Beides hob die Qualität der Architektur, schwächte aber gleichzeitig die regionalen Bautraditionen. Zeugnisse der neuen klassizistischen Ideale in der Architektur sind etwa das Schlosstheater in Gripsholm, das Botanikum in Uppsala oder das [[Härnösands Gymnasium|Gymnasium in Härnosand]].


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Einer Aufgabe ganz eigener Art widmete sich [[Gustaf Wickman]], der innerhalb von 3 Jahrzehnten eine ganze Stadt in einer unbewohnten Wildnis baute: [[Kiruna]]. Nachdem man dort reiche Vorkommen an Eisenerz gefunden und eine Eisenbahnlinie gebaut hatte, wurde Wickman mit dem Aufbau der Stadt beauftragt. Innerhalb weniger Jahre entstanden die Villen des Direktors und der Ingenieure, Arbeiterwohnungen, Büros, Schulen, ein Krankenhaus, eine Feuerwehrstation, Post und Bank, Schwimmbad u.a. Sein Hauptwerk aber ist die [[Kiruna kyrka|Kirche]] in nationalromantischem Stil, die amerikanische Holzbauarchitektur mit Einflüssen von norwegischen [[Stabkirche]]n und samischen Hütten verbindet.
Einer Aufgabe ganz eigener Art widmete sich [[Gustaf Wickman]], der innerhalb von 3 Jahrzehnten eine ganze Stadt in einer unbewohnten Wildnis baute: [[Kiruna]]. Nachdem man dort reiche Vorkommen an Eisenerz gefunden und eine Eisenbahnlinie gebaut hatte, wurde Wickman mit dem Aufbau der Stadt beauftragt. Innerhalb weniger Jahre entstanden die Villen des Direktors und der Ingenieure, Arbeiterwohnungen, Büros, Schulen, ein Krankenhaus, eine Feuerwehrstation, Post und Bank, Schwimmbad u.a. Sein Hauptwerk aber ist die [[Kiruna kyrka|Kirche]] in nationalromantischem Stil, die amerikanische Holzbauarchitektur mit Einflüssen von norwegischen [[Stabkirche]]n und samischen Hütten verbindet.


==Modernismus und Funktionalismus==
==Moderne und Postmoderne==
[[Bild:Lhth.JPG|thumb|Listers härads tingshus]]
Die Moderne wurde von einer Gruppe von Architekten eingeleitet, die an die Strenge des Klassizismus anknüpften. [[Gunnar Asplund]] ist einer der bekanntesten Vertreter. Zu den Höhepunkten seiner Arbeit zählen [[Listers härads tinghus|Listers Bezirksgericht]] in [[Sölvesborg]], die [[Stockholms stadsbibliotek|Stadtbibliothek]] in Stockholm und der gemeinsam mit Sigurd Lewerentz angelegte Friedhof [[Skogskyrkogården]], heute ein Weltkulturerbe.


in Arbeit.
Die Stockholmer Ausstellung für Industrie, Handwerk und Kunsthandwerk [[1930]] verhalf dem [[Funktionalismus]] in Schweden zum Durchbruch, der in den kommenden Jahren – vor allem im Wohnbau – zu einer beinahe offiziellen Ideologie wurde. Ein typisches Beispiel für die starke Verbindung von Funktionalismus mit den politischen Volksbewegungen ist das Viertel Kvarnholmen in [[Nacka]], das vom Architkenbüro der Konsumgenossenschaft, [[1924]] als erstes kollektiv organisiertes Architektenbüro gegründet, in den 30er Jahren entworfen wurde.
 
Trotz dieser Einsätze war der Wohnstandard in Schweden äußert niedrig. Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] begann man mit großen Bauprojekten zur Behebung der Wohnungsnot und zur Hebung des Wohnstandards, die in der Mitte der 60er Jahre in das von der Regierung ausgerufene Millionenprogramm mündeten, nämlich den Bau von 1 Million neuer Wohnungen innerhalb von 10 Jahren (bei einer Bevölkerung von 7,8 Millionen). Nicht nur wurden ganze Schlafstädte (bzw.~viertel in kleineren Städten) in kurzer Zeit aus dem Boden gestampft, auch viele Stadtzentren wurden geschliffen, um modernen, funktional geplanten Einkaufs- und Bürozentren Platz zu machen. Die riesigen Bauprojekte wurden von neu entstandenen großen Architektenbüros geplant und geleitet, wobei die Qualität oft der Massenproduktion weichen musste.
 
Mit der Ölkrise [[1973]] ging das Millionenprogramm zu Ende. Schon davor waren kritsiche Stimmen laut geworden gegen die schematische Massenarchitektur und die negativen sozialen Folgen, die diese Massenbauten mit sich führten.
 
Aus dieser Kritik entstand der Begriff [[Postmoderne]], der eine Reihe unterschiedlicher Tendenzen zusammenfasst. In Schweden entwickelte sich ein Formenreichtum, wie es ihn seit der Nationalromantik nicht mehr gegeben hatte. Einer der wichtigsten Vertreter der Postmoderne in Schweden ist [[Ralph Erskine]].


[[Kategorie:Schweden]]
[[Kategorie:Schweden]]
Anonymer Benutzer