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Dänemark: Unterschied zwischen den Versionen

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Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist extrem hoch (68 % im Jahr 2015).<ref>Anders Kjellberg und Christian Lyhne Ibsen (2016) [https://lup.lub.lu.se/search/ws/files/21682547/Kjellberg_og_Ibsen_2016_ur_Due_og_Madsen.pdf ''Attacks on union organizing: Reversible and irreversible changes to the Ghent-systems in Sweden and Denmark''], i Trine Pernille Larsen und Anna Ilsøe (eds.)(2016) ''Den Danske Model set udefra – komparative perspektiver på dansk arbejdsmarkedsregulering'', Copenhagen: Jurist- og Økonomforbundets Forlag, S. 292</ref> Tarifverhandlungen finden zentralisiert zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften statt. Zwar besitzt Dänemark keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn, aber Mindestentgelte werden in der Regel durch Tarifverträge normiert und von den Betrieben eingehalten. Die Gewerkschaften haben das Recht, zum Boykott gegen Arbeitgeber aufzurufen, die sich nicht an die Tarifregelungen halten. Obwohl das dänische System den Arbeitgebern hohe Zugeständnisse abverlangt, wird es im Allgemeinen von allen Beteiligten akzeptiert, weil es sich in den vergangenen 100 Jahren als sehr erfolgreich erwiesen hat.
Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist extrem hoch (68 % im Jahr 2015).<ref>Anders Kjellberg und Christian Lyhne Ibsen (2016) [https://lup.lub.lu.se/search/ws/files/21682547/Kjellberg_og_Ibsen_2016_ur_Due_og_Madsen.pdf ''Attacks on union organizing: Reversible and irreversible changes to the Ghent-systems in Sweden and Denmark''], i Trine Pernille Larsen und Anna Ilsøe (eds.)(2016) ''Den Danske Model set udefra – komparative perspektiver på dansk arbejdsmarkedsregulering'', Copenhagen: Jurist- og Økonomforbundets Forlag, S. 292</ref> Tarifverhandlungen finden zentralisiert zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften statt. Zwar besitzt Dänemark keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn, aber Mindestentgelte werden in der Regel durch Tarifverträge normiert und von den Betrieben eingehalten. Die Gewerkschaften haben das Recht, zum Boykott gegen Arbeitgeber aufzurufen, die sich nicht an die Tarifregelungen halten. Obwohl das dänische System den Arbeitgebern hohe Zugeständnisse abverlangt, wird es im Allgemeinen von allen Beteiligten akzeptiert, weil es sich in den vergangenen 100 Jahren als sehr erfolgreich erwiesen hat.


In internationalen Vergleichen schneidet Dänemark zumeist sehr gut ab. Die Beschäftigungsquote –&nbsp;auch bei älteren Arbeitnehmern&nbsp;– ist die höchste in der EU. Trotz der extrem hohen Steuer- und Abgabenquote (der Mehrwertsteuersatz beträgt 25 %, dies gilt ebenfalls für Bücher und Lebensmittel, der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer liegt bei 59 %) gilt das Land als sehr flexibel und wettbewerbsfähig. Der Lebensstandard der Dänen ist einer der höchsten in der Welt, die Staatsverschuldung vergleichsweise niedrig. Im Vergleich mit dem [[wp:Bruttoinlandsprodukt|BIP]] der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Dänemark einen Index von 125 (EU-28:100) (2014).<ref name="eurostat">{{Internetquelle |url=http://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?dataset=nama_10r_3gdp&lang=de |titel=Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu laufenden Marktpreisen nach NUTS-3-Regionen |hrsg=[[Eurostat]] |datum=2016-02-26 |abruf=2016-12-02}}</ref> Mit Haushaltsüberschüssen von 4,9 % und 4,2 % des Bruttosozialprodukts war Dänemark in den Jahren 2005 und 2006 Spitzenreiter in der EU. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Dänemark Platz 12 von 137 Ländern (Stand 2017–2018).<ref>{{Literatur |Titel=At a Glance: Global Competitiveness Index 2017–2018 Rankings |Sammelwerk=Global Competitiveness Index 2017–2018 |Datum= |Online=http://reports.weforum.org/global-competitiveness-index-2017-2018/at-a-glance-global-competitiveness-index-2017-2018-rankings/ |Abruf=2017-12-06}}</ref> Im [[Index für wirtschaftliche Freiheit]] belegt das Land 2017 Platz 18 von 180 Ländern.<ref>[http://www.heritage.org/index/ranking heritage.org]</ref>
In internationalen Vergleichen schneidet Dänemark zumeist sehr gut ab. Die Beschäftigungsquote –&nbsp;auch bei älteren Arbeitnehmern&nbsp;– ist die höchste in der EU. Trotz der extrem hohen Steuer- und Abgabenquote (der Mehrwertsteuersatz beträgt 25 %, dies gilt ebenfalls für Bücher und Lebensmittel, der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer liegt bei 59 %) gilt das Land als sehr flexibel und wettbewerbsfähig. Der Lebensstandard der Dänen ist einer der höchsten in der Welt, die Staatsverschuldung vergleichsweise niedrig. Im Vergleich mit dem [[wp:Bruttoinlandsprodukt|BIP]] der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Dänemark einen Index von 125 (EU-28:100) (2014).<ref name="eurostat">{{cite web |url=http://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?dataset=nama_10r_3gdp&lang=de |title=Bruttoinlandsprodukt (BIP) zu laufenden Marktpreisen nach NUTS-3-Regionen |publisher=Eurostat |date=2016-02-26 |access-date=2016-12-02}}</ref> Mit Haushaltsüberschüssen von 4,9 % und 4,2 % des Bruttosozialprodukts war Dänemark in den Jahren 2005 und 2006 Spitzenreiter in der EU. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Dänemark Platz 12 von 137 Ländern (Stand 2017–2018).<ref>{{cite book
|date                = December 2012
|title                = At a Glance: Global Competitiveness Index 2017–2018 Rankings
|series              = Global Competitiveness Index 2017–2018
|url                  = http://reports.weforum.org/global-competitiveness-index-2017-2018/at-a-glance-global-competitiveness-index-2017-2018-rankings/
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}}</ref> Im [[Index für wirtschaftliche Freiheit]] belegt das Land 2017 Platz 18 von 180 Ländern.<ref>[http://www.heritage.org/index/ranking heritage.org]</ref>


Nach Jahren des hohen Wirtschaftswachstums hatte sich auch die dänische Wirtschaft in Folge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in einer Rezession befunden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Jahr 2009 um 5,9 Prozent und 2010 erneut um 1,7 Prozent. Im Zeitraum 2011 bis 2014 stieg das BIP wieder leicht an. Im Jahr 2015 wuchs die dänische Wirtschaft um 1,1 Prozent.<ref>[http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Daenemark/Wirtschaft_node.html Auswärtiges Amt- Dänemark- Wirtschaft], zuletzt gesehen am 6. Januar 2017</ref>
Nach Jahren des hohen Wirtschaftswachstums hatte sich auch die dänische Wirtschaft in Folge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in einer Rezession befunden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Jahr 2009 um 5,9 Prozent und 2010 erneut um 1,7 Prozent. Im Zeitraum 2011 bis 2014 stieg das BIP wieder leicht an. Im Jahr 2015 wuchs die dänische Wirtschaft um 1,1 Prozent.<ref>[http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/Daenemark/Wirtschaft_node.html Auswärtiges Amt- Dänemark- Wirtschaft], zuletzt gesehen am 6. Januar 2017</ref>


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|+ BIP nach Region<ref>{{Internetquelle |autor= |url=http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/7962769/1-30032017-AP-DE.pdf/b94f014e-7ae0-4c09-858c-d417c699ba0f |titel=Eurostat |datum= |abruf=2018-04-23 |format=PDF}}</ref>
|+ BIP nach Region<ref>{{cite web |url=http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/7962769/1-30032017-AP-DE.pdf/b94f014e-7ae0-4c09-858c-d417c699ba0f |title=In vier Regionen mehr als das Doppelte des EUDurchschnitts… |publisher=Eurostat |access-date=2018-04-23 |format=PDF}}</ref>
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