Dänemark: Unterschied zwischen den Versionen
→Geschichte
| Zeile 635: | Zeile 635: | ||
[[Datei:Runenstein Gorm 1.jpg|mini|links|Runenstein Gorm (Vorderseite) an der Kirche in Jelling]] | [[Datei:Runenstein Gorm 1.jpg|mini|links|Runenstein Gorm (Vorderseite) an der Kirche in Jelling]] | ||
Das Volk der Dänen soll im 6. Jahrhundert aus | Das Volk der Dänen soll im 6. Jahrhundert aus Schonen nach Jütland und auf die westlichen Ostseeinseln, wo es andere germanische Stämme verdrängte, gekommen sein. Im 10. Jahrhundert vereinigte [[Gorm der Alte]] († um 950) die einzelnen Kleinkönigreiche unter seiner Herrschaft. Sein Sohn [[Harald Blauzahn]] nahm um 960 den christlichen Glauben an. Bis 1035, als [[Knut der Große]] starb, gelang den dänischen Königen die Eroberung weiter Teile der britischen Inseln, Norwegens und der von 975 bis 1026 fränkischen Mark Schleswig (zwischen Eider und Schlei). Bis weit in das 11. Jahrhundert wurden unter anderen die Dänen, Schweden und Norweger als [[Wikinger]] bezeichnet, die in ganz Europa Kolonien gründeten und Handel trieben, aber auch ganze Länder und Landstriche plünderten und Kriege führten. | ||
Nach einer kurzen Phase der Schwäche begann mit [[Waldemar I. (Dänemark)|Waldemar I.]] ein erneuter Aufstieg. Große Teile der südlichen Küstenregionen der Ostsee, die von Elb- und Ostseeslawen besiedelt wurden, fielen an Dänemark, 1219 (Kooperation mit dem deutschen Schwertbrüderorden) sogar der Norden Estlands, das damalige ''Livland''. Der Besitz dieser Gebiete war allerdings nicht von langer Dauer, da eine Koalition aus norddeutschen Landesherren und Städten Dänemark [[wp:Schlacht bei Bornhöved (1227)|1227 bei Bornhöved]] schlug, Estland 1346 an den Deutschen Orden verkauft wurde und Dänemark 1370 die Vorherrschaft der Hanse in der Ostsee anerkennen musste. Die dänischen Herrscher richteten ihren Blick nun nach Norden: 1397 wurden Dänemark, Norwegen, [[Island]], Schweden und [[Finnland]] in der [[Kalmarer Union]] vereint, die unter dänischer Vorherrschaft stand. Der Verbund existierte, bis 1523 Schweden seine Unabhängigkeit zurückerlangte (siehe [[Gustav I. Wasa]]). | Nach einer kurzen Phase der Schwäche begann mit [[Waldemar I. (Dänemark)|Waldemar I.]] ein erneuter Aufstieg. Große Teile der südlichen Küstenregionen der Ostsee, die von Elb- und Ostseeslawen besiedelt wurden, fielen an Dänemark, 1219 (Kooperation mit dem deutschen Schwertbrüderorden) sogar der Norden Estlands, das damalige ''Livland''. Der Besitz dieser Gebiete war allerdings nicht von langer Dauer, da eine Koalition aus norddeutschen Landesherren und Städten Dänemark [[wp:Schlacht bei Bornhöved (1227)|1227 bei Bornhöved]] schlug, Estland 1346 an den Deutschen Orden verkauft wurde und Dänemark 1370 die Vorherrschaft der Hanse in der Ostsee anerkennen musste. Die dänischen Herrscher richteten ihren Blick nun nach Norden: 1397 wurden Dänemark, Norwegen, [[Island]], Schweden und [[Finnland]] in der [[Kalmarer Union]] vereint, die unter dänischer Vorherrschaft stand. Der Verbund existierte, bis 1523 Schweden seine Unabhängigkeit zurückerlangte (siehe [[Gustav I. Wasa]]). | ||
| Zeile 651: | Zeile 651: | ||
[[Datei:1864 erstuermung-der-dueppeler-schanzen-deutsch-daenischer-krieg.jpg|mini|Erstürmung der Düppeler Schanzen]] | [[Datei:1864 erstuermung-der-dueppeler-schanzen-deutsch-daenischer-krieg.jpg|mini|Erstürmung der Düppeler Schanzen]] | ||
Die Ideen der Französischen Revolution hatten auch in Dänemark den Nationalgedanken gestärkt und damit den Gegensatz zwischen Dänen und Deutschen, die um den Süden von Jütland in Form des Herzogtums [[w:de:Herzogtum Schleswig|Schleswig]] (auch [[Süderjütland]]) konkurrierten. Dänemark unterlag schließlich im [[Deutsch-Dänischer Krieg|Deutsch-Dänischen Krieg]] Preußen und Österreich. Schleswig und Holstein wurden 1871 Teil des Deutschen Reiches. Diese Niederlage bewirkte tiefe Einschnitte in die Entwicklung der nationalen Identität Dänemarks. Hieran erinnert heute noch die nationale Gedenkstätte bei den [[Düppeler Schanzen]], wo jedes Jahr am 18. April der Jahrestag der verlorenen Entscheidungsschlacht begangen wird. Die Außenpolitik der Nation nahm einen strikten | Die Ideen der Französischen Revolution hatten auch in Dänemark den Nationalgedanken gestärkt und damit den Gegensatz zwischen Dänen und Deutschen, die um den Süden von Jütland in Form des Herzogtums [[w:de:Herzogtum Schleswig|Schleswig]] (auch [[Süderjütland]]) konkurrierten. Dänemark unterlag schließlich im [[Deutsch-Dänischer Krieg|Deutsch-Dänischen Krieg]] Preußen und Österreich. Schleswig und Holstein wurden 1871 Teil des Deutschen Reiches. Diese Niederlage bewirkte tiefe Einschnitte in die Entwicklung der nationalen Identität Dänemarks. Hieran erinnert heute noch die nationale Gedenkstätte bei den [[Düppeler Schanzen]], wo jedes Jahr am 18. April der Jahrestag der verlorenen Entscheidungsschlacht begangen wird. Die Außenpolitik der Nation nahm einen strikten Neutralitätskurs ein, wobei der große deutsche Nachbar nicht provoziert werden sollte. Diese Politik wurde im Prinzip bis zum Ende des [[wp:Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] beibehalten. Das ging sehr weit. Bei einer wichtigen Abstimmung des Völkerbundsrates am 17. April 1935 gegen die deutsche Wiederbewaffnung enthielt sich Dänemark als einziger von 17 Staaten der Stimme.<ref>Karl-Georg Mix: ''Deutsche Flüchtlinge in Dänemark 1945–1949.'' Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08690-0, S. 17.</ref> | ||
Im [[w:de:Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] blieb das Land neutral. 1920 fiel nach einer Volksabstimmung im nördlichen und mittleren Schleswig (dän. auch [[Sønderjylland]]/Süderjütland) dessen nördlicher Teil – Nordschleswig – an Dänemark. Der mittlere und südliche Teil – Südschleswig – blieb bei Deutschland. Die so gezogene Linie bildet noch heute den Grenzverlauf.<br /> | Im [[w:de:Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] blieb das Land neutral. 1920 fiel nach einer Volksabstimmung im nördlichen und mittleren Schleswig (dän. auch [[Sønderjylland]]/Süderjütland) dessen nördlicher Teil – Nordschleswig – an Dänemark. Der mittlere und südliche Teil – Südschleswig – blieb bei Deutschland. Die so gezogene Linie bildet noch heute den Grenzverlauf.<br /> | ||
| Zeile 669: | Zeile 669: | ||
Internationales Aufsehen erregten die [[wp:Mohammed-Karikaturen|Mohammed-Karikaturen]], die die Zeitung [[Jyllands-Posten]] am {{FormatDate|2005-9-30}} abdruckte. Sie lösten vor allem in Staaten der islamischen Welt anti-dänische bzw. anti-westliche Proteste aus. | Internationales Aufsehen erregten die [[wp:Mohammed-Karikaturen|Mohammed-Karikaturen]], die die Zeitung [[Jyllands-Posten]] am {{FormatDate|2005-9-30}} abdruckte. Sie lösten vor allem in Staaten der islamischen Welt anti-dänische bzw. anti-westliche Proteste aus. | ||
{{Siehe auch|Liste der Könige Dänemarks|Dänische Kolonien}} | |||
{{Siehe auch|Liste der Kriege und Schlachten Dänemarks}} | {{Siehe auch|Liste der Kriege und Schlachten Dänemarks}} | ||
{{Siehe auch|Folger Danske|Danegeld}} --> | {{Siehe auch|Folger Danske|Danegeld}} --> | ||